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Sommer. Die Sonne scheint. Der Pool im Urlaub sieht einladend erfrischend aus. Die Menschen neben mir und im Wasser haben Spaß. Sie genießen ihr Leben und freuen sich über eine Abkühlung in dem türkisfarbenen Wasser. Während andere so ausgelassen das tun, was ihnen Spaß macht, denke ich hundert Mal darüber nach, ob ich das um meinen Körper gewickelte Badehandtuch wirklich abnehmen soll. Unter dem Handtuch versteckt sich ein gut aussehender Bikini und mein Körper. Eigentlich sollte ich genau jetzt bei den zwei Wörtern – mein Körper – aufspringen, mir das Handtuch vom Leib reißen und die heißeste Show der Welt vorführen, während ich ins Wasser springe. Eigentlich. Eigentlich sollte ich meinem Körper danken. Eigentlich sollte ich mein Leben genießen. Eigentlich ist ein Urlaub dafür da sich fallen zu lassen. Eigentlich, eigentlich, eigentlich.

Wäre da nicht diese Schranke in meinem Kopf. Die Schranke, die sich an manchen Tagen wie eine Krankheit in meinen Gedanken ausbreitet und mir unschöne Tage beschert. Hier im Urlaub scheint sie besonders aktiv zu sein. Sie öffnet sich, wenn ich mich mit anderen Frauen vergleiche, mich im Spiegel anschaue oder beim Essen ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich mich danach so aufgebläht fühle. In den Momenten purer Lebensfreude, Ausgelassenheit und Glücksmomenten versucht meine Schranke zu verhindern, dass diese Gefühle zu mir durchdringen. Sie bleibt unten. Bin ich normal? Ist es normal, dass ich mich morgens auf den Pool freue, mir meinen Bikini anziehe und nach dem Frühstück nicht mehr aus dem Zimmer gehen möchte, weil mein Bauch so rund aussieht? Ist es normal, dass ich es an manchen Tagen hasse mich im Spiegel anzuschauen, wenn das Tageslicht direkt draufscheint? Cellulite, Po, dicker Bauch – immer wieder begleiten mich diese Wörter besonders im Urlaub bzw. im Sommer.

Ausgelassen bin ich an manchen Tagen nur, wenn das Licht im Zimmer aus ist und die Dunkelheit eintritt. Dann werde ich selbstbewusst. Ich weiß dann, was mein Freund nicht mehr sieht. Die Angst davor von fremden Menschen oder meinem eigenen Partner angeschaut zu werden ist im Sommer besonders groß. Was denken sie nur in dem Moment, wenn sie mich anschauen? Bin ich normal? Sollte es nicht normal sein tolle Brüste, einen schlanken Körper und glatte Haut zu haben? Ein richtiger Summerbody eben. Während ich am Pool immer noch eingewickelt in meinem Handtuch in Gedanken schwelge, entscheide ich mich wieder aufs Zimmer zu gehen. Zu mächtig fühlt sich nach dem Frühstück mein Bauch an. Ein zu mächtiger Bauch für einen Bikini. Ein zu mächtiger Körper, um geliebt zu werden. Von mir selbst und von anderen. Gedankenende.

Gedanken, die viele Frauen betreffen

Dieser kleine Gedankenauszug – ich wette, dass sich viele Frauen von uns darin wiedererkennen. Die Angst vor komischen Blicken oder das Gefühl vor fremden Menschen, dem Partner oder Freunden zu „versagen“, weil wir eben keinen 90-60-90 Körper mit glatter Haut haben ist oft zu groß. Zu groß, um in den Bikini zu steigen. Zu groß, um eine kurze Hose zu tragen. Zu groß, um im Sommer nur im Sport- BH zu trainieren. Ich selber merke, dass je älter ich werde das Thema „Körper“ eine immer wichtigere Rolle in meinem Leben einnimmt. Ich bin selbstbewusst. Ich bin fröhlich. Ich bin dankbar fürs Leben. Und trotzdem gibt es Tage, an denen ich mich nicht traue nackt vor meinem Freund zu stehen. Es gibt Tage an denen ich mich im Spiegel in kurzer Hose kaum ertragen kann. Es gibt Tage, an denen verzichte ich auf eine Abkühlung im Pool. Und warum? Weil auch ich mich nicht 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, jede Minute selbst lieben kann. Unmöglich. Viel wichtiger ist es aus diesem schlechten Moment wieder herauszukommen. JA zu seinem Summerbody zu sagen. JA zum eigenen Leben sagen. Zu akzeptieren, dass die Cellulite bei 98% aller Frauen nicht verschwinden wird.

Wir müssen lernen manche Dinge zu akzeptieren und uns drumherum ein angenehmes Leben aufbauen. Das kann eine gesunde Ernährung sein. Das kann Sport sein. Das kann ein spaßbringendes Hobby sein. Das kann alles das sein, was uns glücklich macht. Einen Denkanstoß möchte ich uns allen am Schluss noch mit auf den Weg geben. Die zwei wichtigen G’s. Glücklich und Gesund. Wir können nur im tiefsten Inneren glücklich sein, wenn wir auch gesund sind. Wenn wir alles dafür tun unseren Körper nicht nur in diesem Moment leben zu lassen, sondern ihn auch für unsere Zukunft pflegen. Eine Woche kulinarisches Essen und Cola tötet unseren Körper nicht. Ein Eis an einem Sommertag oder eine Torte zum Geburtstag auch nicht. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir alle ein gesundes Gleichgewicht finden können. Kein Hungern, kein maßloses „Gehenlassen“. Die gesunde Mitte eben.

  1. Finde heraus was dich glücklich und was dich unglücklich macht.
  2. Versuche den Ursprung von den Gründen deines Unglücklichseins herauszufinden (bei mir sind es übrigens oft Verlustängste) und ändere etwas daran.
  3. Bewege dich täglich. Nimm die Treppen, anstatt den Aufzug, such dir eine Sportart, die du gut findest und lass das Auto öfter mal stehen. Du musst kein Bodybuilder oder Fitnessmodel sein, um gesund zu leben.
  4. Ernähre dich ausgeglichen. Koche frische Gerichte, aber gönn dir auch gerne mal eine Pizza mit Freunden. Du musst keine Kalorien zählen und dein Leben lang Diäten machen, um gesund zu leben.
  5. Bringe dein Leben in deinen Einklang. Der Einklang DEINES Lebens.

Diese fünf Punkte sollen für euch eine Art Inspiration darstellen. Oft können wir an kleinen Rädchen drehen, damit wir uns besser fühlen. Ich fühle mich hier im Urlaub oft aufgebläht, weil ich auch oft Nudeln, Pommes oder Pizza esse. Einen Abend mit einem Salat ausklingen zu lassen bedeutet nicht gleich, dass man in eine Essstörung verfällt. Es bedeutet vielmehr, dass man Achtsam mit seinem Körper umgeht und ich mich einfach besser an diesem Abend fühle. Lebe. Liebe. Lache.

 

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • Ines

    geschrieben am 6. August 2017

    Liebe Louisa,
    Danke! Danke, dass du den Mut hast, so ehrlich zu sein und den Filter weglässt.
    Die Gedanken kenne ich sehr gut, heute hatte ich so einen Tag und irgendwann steht man vor dem Spiegel und sieht vor lauter Problemzonen das große Ganze nicht mehr.
    Ich lese schon seit einiger Zeit deine Beiträge und ich wünschte ich hätte auch so einen Mut, denn mir persönlich hat dein Beitrag heute sehr geholfen. Dieser Druck den man sich selbst auferlegt, verliert dadurch an Kraft und wer weiß, vielleicht können irgendwann alle das Handtuch in die Ecke werfen und einfach in den Pool springen

    Antworten
  • Selina Wollenzin

    geschrieben am 6. August 2017

    Ein super Blogpost! Du motivierst einen so positiv zur Körperliebe!! Es sollte mehr solcjer Blogger/innen wie dich geben!
    Super mach weiter so! 🙂

    Antworten
  • Julia

    geschrieben am 6. August 2017

    Liebe Lou,
    ein toller Beitrag! Ich finde es super, dass du so ehrlich bist, denn wenn wir alle ehrlich sind, geht es uns allen mal mehr oder weniger so, wie du es in deinem Beitrag beschreibst. Alleine diese Tatsache, relativiert das ganze schon wieder, denn wir sollten alle nicht so viel darauf geben, was andere denken könnten. An Tagen, an denen wir uns unwohl fühlen, hilft nur: Kopf abschalten und Spaß haben (auch wenn das leichter gesagt als getan ist). 😉
    Liebe Grüße
    Julia

    Antworten
  • Christina

    geschrieben am 6. August 2017

    Liebe Louisa, der Beitrag ist so wunderbar ehrlich. Ich glaube jede Frau hat ab und an solche Gedanken. Ich finde es toll, dass du uns Frauen den Mut machst auf das Schubladendenken der Gesellschaft zu verzichten. Wir alle sind einzigartig. Und jeder darf sich genau so lieben wie er ist. Danke für deine tollen Blogposts. Immer wieder schön etwas von dir zu lesen. Liebe Grüße, Christina

    Antworten
  • Kerstin

    geschrieben am 6. August 2017

    Ich finde es fast schon lustig, wie du mir mit dem Post aus der Seele sprichst. Es tut gut nicht „allein“ damit zu sein.
    Selbst in Momenten in denen man sich fühlt wie die dickste Wurst am Pool hilft es nicht sich selbst gut zureden. Ich bin dankbar gesund zu sein, aber man sucht trotzdem immer nach besser, schöner, schlanker… irgendwas läuft da doch falsch, wenn so viele Frauen – selbst trainierte und supersportliche wie du – sich von irgendwelchen erfundenen Normen so frustrieren lassen.
    Ich finde es zumindest toll, dass man nicht alleine ist. Sind wir halt gemeinsam aufgebläht 🙂

    Antworten
  • Chiara

    geschrieben am 6. August 2017

    Liebe Lou ❤️
    Ich hatte die Ehre dich kennen zu lernen! Ich war 2-3 mal bei deiner Laufgruppe dabei: und wollte dann voller stolz den Halbmarathon laufen: aber die Gedanken (schaff ich es? Ich fühle mich nicht wohl, wow was für ein durchtrainierten Körper haben die da neben mir & sehen nicht so verschlafen und ungeschminkt aus wie ich) diese Gedanken haben mich gehindert den Traum zu erfüllen.
    Genauso ist es im Urlaub: darf ich jetzt auch ein Stück Kuchen essen?
    Es ist warm: oh nein die kurze Hose geht gar nicht: 1. meine Beine sind noch blass 2. meine Beine sind auch nicht mehr das was die mal waren.
    Wie oft verstecke ich mich und komme tagelang nicht aus dem Haus : „nur“ wegen Gedanken!

    Ich bin froh das deine blog’s mir zeigen das ich mit solchen Gedanken nicht alleine bin!!

    Liebe Grüße
    Chiara

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 11. August 2017

      Chiara 🙂 Danke für deinen Beitrag und ich finde es toll, wenn dir mein Blog manchmal
      weiterhilft. Wir sehen uns (wenn ich wieder laufen kann) mal wieder an der Alster?

      Liebe Grüße

      Antworten
  • Jenny

    geschrieben am 6. August 2017

    Liebe Lou,
    danke danke danke für deine ehrlichen worte. Ich habe geheult, als ich diesen post gelesen habe, weil ich mich darin wieder finde. alles, was du schreibst ist so wahr und macht so viel sinn aber es ist schwer alles umzusetzen. aber mit der zeit werde ich lernen mich selbst mehr und mehr zu lieben. und du hilfst mir dabei mit allen deinen worten und bildern, danke!! <3

    Antworten
  • Sophie

    geschrieben am 6. August 2017

    Lou, das hast du ganz toll geschrieben! Du bist für so viele ein Vorbild, auch für mich, einfach durch deine wunderbar ehrliche Art.
    Es ist einfach so, dass man an manchen Tagen allen zeigen will wie toll man ist unf an anderen sich nur verstecken möchte. Toll geschrieben😊

    Antworten
  • Lea Christin

    geschrieben am 6. August 2017

    Liebe Lou, ich finde es soooo sooo toll dass du so ehrlich bist und zeigst dass auch du nicht immer 100% Positiv bist. Ich persönlich habe kaum Probleme damit meinen Körper zu akzeptieren und zu lieben, ich fühle mich nur hin und wieder viel zu dünn und schäme mich dann und bin wütend auf mich selbst.
    Ich persönlich liebe es Sport zu machen, aber oft benutze ich Sport auch einfach um meinen Problemen aus dem Weg zu gehen und mich nicht mit meinen Ängsten auseinander setzen zu müssen.
    Es ist so beruhigend zu sehen, dass irgendwie jeder Mensch so seine Baustellen hat, so verschieden sie auch sein mögen. Ich bin dabei zu lernen an diesen Baustellen zu arbeiten, aber sie auch gleichzeitig zu akzeptieren und mir zu sagen dass es okay so ist und ich nicht falsch bin weil ich Baustelle XY habe. <3
    Alles Liebe, Lea, http://leachristind.blogspot.com

    Antworten
  • Samira

    geschrieben am 7. August 2017

    Liebe Lou,
    Ein wirklich schöner Text der mir auch sehr aus der Seele spricht. Ich finde das ganze Thema selbstannahme super wichtig, aber auch sehr schwierig. Danke, dass du immer wieder deutlich machst, dass man auf dieser Reise nicht alleine ist.
    In einem Punkt muss ich dir aber widersprechen: ich denke nicht, dass wir nur glücklich sein können, wenn wir auch gesund sind. Dann müsste ja jeder ältere Mensch per Definition unglücklich sein. Ich glaube, dass sogar sterbenskranke Menschen glücklich sein können, auch wenn das für uns erstmal unvorstellbar klingt.

    Danke für deine Arbeit. Bin großer Fan 🙂
    Liebe Grüße. Be blessed!
    Samira

    Antworten
  • Gloria

    geschrieben am 7. August 2017

    das ist ein hammer artikel und vielen dank für deine Worte!! ✌️✌️😍😍
    du sprichst das aus was ich immer denke wenn ich ( nach 4 Schwangerschaften) meinen Körper anschaue. ich weiss er hat grossartiges geleistet ABER wyrum haben andere Mütter 4wochen nach der Geburt ihren traumbody wieder und bei mir schlabbert immer noch alkes obwohl die letzte 4 jahre her ist 😨😱😨 ich versuche gerade durch Ernährung und sport ein wenig eigenliebe zu erringen und bin froh deibe und jan’s post zu lesen und motiviert zu sein von anderer Seite (unbekannter seite)
    bleibt wie ihr seid und DANKE 😍😍😍

    Antworten
  • Jessi

    geschrieben am 7. August 2017

    Jeder hat solche Tage. Wichtig ist das sie nicht überhand nehmen….

    LG Jessi

    Antworten
  • Julia

    geschrieben am 7. August 2017

    Hey Lou,
    danke für diesen sehr inspirierenden mutmachenden Post.
    In einem kleinen Punkt möchte ich dir widersprechen: „Wir können nur im tiefsten Inneren glücklich sein, wenn wir auch gesund sind.“ Ich glaube, dass Gesundsein nicht für’s Glücklichsein notwendig ist (mal abgesehen davon, dass man ja eh nie 100% gesund ist). Es ist ja so, dass viele Menschen nunmal irgendeine Krankheit haben (damit meine ich auch psychische Erkrankungen). Und ich bin der Meinung, man kann z.B. eine chronische Persönlichkeitsstörung oder Depression haben, aber trotzdem lernen glücklich zu sein. Und Glücklichsein resultiert auch nicht automatisch aus Gesundheit (wenn man z.B. trotz eines gesunden Körpers negatives Gedankengut mit sich rumschleppt). Das hast du zwar nicht geschrieben, wollte es aber gern einmal betonen.
    Sicherlich hast du es auch nicht SO gemeint, als du es geschrieben hast, aber es liest sich für Leute, die nunmal nicht gesund sind, erst mal nicht schön. Vielleicht könntest du die Passage etwas umschreiben oder präzisieren? Oder es für den nächsten Blogpost mitnehmen 🙂
    Liebe Grüße, Julia

    Antworten
  • Rebecca

    geschrieben am 7. August 2017

    Liebe Lou,
    Ich weiß gar nicht was genau ich schreiben möchte, aber ich möchte dir umbedingt sagen, wie toll ich diesen Beitrag finde!! Es ist einfach die perfekte Mischung bei dir, zwischen Sport, Selbstliebe und Lifestyle! Keines dieser Dinge dominiert unangenehm bei dir und gerade das sorgt dafür, dass sich so viele Leute mit deinen Beiträgen identifizieren können. Bitte bleib genau so 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten
  • Cori

    geschrieben am 10. August 2017

    Liebe Lou super Einstellung. Spricht für sicher jede Frau 😍 ach ja eine Frage … habe in deiner gestrigen instastory eine fitnessübung gesehen… sich niederknien auf den Boden. Schwung nehmen mit den händen und aufhüpfen bis man wieder steht (is ja wirklich verdammt schwer😅). welchen Namen hat diese Übung? 😀 bitte um Rat.

    Antworten
  • Doris

    geschrieben am 24. August 2017

    So wunderbar geschrieben und Daaaanke dafür das du einen Mut gibt bzw machst!
    Bitte bleib weiter so fröhlich und zeige uns wie du zur Musik ausgelassen tanzt.
    Jan wird dich auch so lieben wie du bist und er sieht die blöden kleinen Dellen namens Cellulite überhaupt nicht. Da ist mein Freund genauso! Ihn stört das nicht… Er möchte lieber eine Freundin die glücklich ist als eine die auf jeden (sorry!) „Scheiß“ achtet! 😉

    Bleib bitte weiter so! 🙂

    Liebste Grüße

    Antworten

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