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Ich sitze in meinem Lieblingscafé an meinem Lieblingstisch. Eine große Fensterfront lässt es zu, dass das Tageslicht mich küsst und ich die vielen unterschiedlichen Menschen, die die Straße überqueren, beobachten kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele dieser Menschen einen guten Tag haben. Mit viel positiver Energie, wärmenden Gedanken und einem Lächeln im Gesicht. Aber es gibt auch Menschen, die tief im Inneren an diesem Tag mit Selbsthass und unschönen Gedanken zu kämpfen haben. Meist sieht man es ihnen nicht an. Aber kennen tue ich diese Tage ganz genau. Wir alle kennen diese Tage. Manchmal sind es nicht nur Tage. Es können Wochen, Monate und sogar Jahre sein.

Eine Zeit lang dachte ich, dass nur kurvige, etwas fülligere Frauen sich selbst hassen. Frauen, die nicht dem gesellschaftlichen Ideal einer „Superfrau“ entsprechen. Die „Superfrau“ hat lange gebräunte Beine, einen flachen Bauch, eine schmale Taille, schön geformte Brüste und einen runden Po. Wie die „Superfrau“ sich fühlt? Laut den Medien, der Werbung und vielen Filmen immer gut. Sie liebt ihr Leben, weil sie nunmal so aussieht, wie sie aussieht. Depressionen oder Unstimmigkeiten, die sie im Alltag beschäftigen? Fehlanzeige! So sollen wir uns das Idealbild einer Frau vorstellen. Inzwischen bin ich in meiner ganz eigenen Auffassung von Selbstliebe angekommen. Selbstliebe und Selbsthass. Sie gehören für mich zusammen wie Tag und Nacht. Wir können steuern, was uns den Tag über mehr begleitet. Und wirklich jede Frau auf dieser Welt hat Momente, in denen sie sich selbst hasst. Egal, ob sie kurvig oder sehr schlank ist. Selbsthass zeichnet sich nicht dadurch aus, wie wir aussehen. Es ist in unserem Inneren. Aus Selbsthass können Ängste und Depressionen entstehen. Wenn Momente der Leere und Selbstkritik überwiegen, ist es Zeit etwas zu ändern.

Ich bin kein Therapeut und kann deshalb nur aus eigenen Erfahrungen schreiben. Wenn man mich so anschaut könnte man meinen, dass ich echte Luxusprobleme habe. Ich bin schlank und habe einen flachen Bauch. Es ist einfach zu sagen, dass man sich selbst lieben soll, wenn man selbst „perfekt“ ist. „Perfekt“ in den Augen des Lesers, aber vielleicht nicht in meinen Augen. Ich habe lange Zeit unter meinen kleinen Brüsten gelitten. War bereits bei einem Arzt und hätte den Schritt fast gewagt. Aber in dem Moment habe ich darüber nachgedacht, ob es wirklich an den Brüsten liegt. Oder ich nach der Brust- OP vielleicht etwas anderes finden würde, was mich an mir stört. Die Momente, in denen mich meine kleinen Brüste stören überwiegen nicht.

Ich halte mir oft vor Augen, dass viele Menschen nichtmal mehr Brüste haben oder ihre Brust nicht gesund ist. Durch Krebs oder andere Krankheiten vorbelastet sind. Eigentlich kann ich mich doch ziemlich glücklich schätzen, gesund zu sein. Ich kann so viel von der Welt sehen, so vielen Menschen ein Lächeln schenken. Und das alles ohne Einschränkungen. Und ich glaube ganz fest daran, dass es der richtige Ansatz ist darüber nachzudenken. Beschissene Tage haben wir alle. Jeder kennt die Situation in der Umkleidekabine. Wir probieren ein Kleid an, schauen in den Spiegel und fühlen uns (mit jeder Körperfigur) wie eine Presswurst und gehen sauer und enttäuscht nach Hause. Am liebsten würden wir uns jetzt nie wieder in einem Spiegel anschauen.

Vom Selbsthass zur Selbstliebe. Ein lebenslanger Prozess. Aber kein unmöglicher, Mädels! Vielleicht haben einige von euch genau heute einen beschissenen Tag. Eine beschissene Zeit voller Selbsthass und Ekel vor dem eigenen Körper. Vielleicht seid ihr mittendrin euch nur noch über euren Körper zu definieren. Damit seid ihr nicht allein. Viel wichtiger ist es doch darüber zu sprechen, wie wir uns in solchen Situationen gegenseitig helfen können. Deshalb habe ich euch ein paar „Schätze“ rausgesucht. Sie sollen euch dabei helfen diesen doofen Tag zu überstehen. Ich kann mich nur wiederholen. Ihr alle seid einzigartig! Und was habt ihr später davon, wenn ihr am Sterbebett nur daran zurückdenken könnt, wie ihr euch mit Diäten, Vergleichen und Selbsthass durchs Leben gequält habt. Ja, es ist einfach zu sagen, wenn man nicht in eurer Haut steckt! Das weiß ich! Aber glaubt es mir – jede von uns trägt ein persönliches Päckchen, das wir am liebsten verschenken würden. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten den Inhalt dieses Päckchens in etwas Wundervolles zu verwandeln. In eure Lebenszeit, die so wertvoll ist.

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Kommentare zu diesem Beitrag

  • xenia

    geschrieben am 26. April 2017

    Toller Text und Videos. Musste dabei erstmal anfangen zu weinen. Aber es stimmt, jeder hat momente in denen man sich selbst hasst und in denen man sich selbst liebt. Es gibt Tage, oder auch Monate in denen der Hass überwiegt, aber diese sollte man überstehen und irgendwann sich fragen, was denn sofaksch ist. Denn nur so schafft man es, in Zukunft wieder die positiven Momente überwiegen zu lassen und das ist das was zählt. Jeder ist toll wie er ist und darum sollte man einander auch akzeptieren und unterstützen.?
    Danke Lou für die schönen und wahren Worte. Schon länger mache ich meine workouts mit deinen you Tube Videos. Denn du schaffst es einen zu motivieren und nicht aufzugeben. Auch dafür nochmal danke!?

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 27. April 2017

      Xenia – sehr sehr gern. Ich denke, dass es echt normal ist, das man bei solchen Videos emotional wird.
      Ich wünsche wir ein schönes Wochenende,

      deine Lou 🙂

      Antworten
  • Saskia Reinhardt

    geschrieben am 26. April 2017

    Danke liebe lou für die aufbauenden Worte… Danke das du alles ansprichst was sonst tot geschwiegen wird …Ich bin dir sehr dankbar du bist echt ein Vorbild ?

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 27. April 2017

      Sehr sehr gern – ich freue mich immer,
      wenn ich euch helfen kann 🙂

      Antworten
  • malin

    geschrieben am 26. April 2017

    Liebe Lou,
    was für ein schöner wahrer Beitrag! Ich weiß nur allzu gut wovon du sprichst! Ich musste auch erst lernen in einigen Bereichen mit mir und meinem Leben klar zu kommen. Vom Perfektionismus ins Burn -Out getrieben. Diesen Abschnitt in meinem Leben sehe ich heute als absolut segensreich an! Ich habe gelernt und erlebt was wirklich im Leben wichtig ist! Und das ist Gesundheit: Seelisch und Körperlich! Mach weiter so! Ich finde deine Art toll!! Liebe Grüße

    Antworten
  • Viola

    geschrieben am 26. April 2017

    Hallo Lou! x3
    Vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag, du triffst das Thema für mich – wie du sagst – wie Arsch auf Eimer. Ich sehe das genauso; Selbstliebe bedeutet nicht, sich auf sich selbst auszuruhen, aber es bedeutet, den Grundstein für ein gesundes und glückliches Leben zu legen. Denn ich kann mir nur schwer vorstellen, wie man ein glückliches Leben ohne Selbstliebe führen soll, immerhin würde das ja bedeuten, Tag ein, Tag aus mit einem Menschen, mir selbst, zu leben, den ich nicht leiden kann!
    In unserer Gesellschaft mit idealisierten Inhalten in den Medien wird es für viele immer schwerer, als realer und nicht „gephotoshopter“ Mensch mit sich zufrieden sein zu dürfen und ich finde es unheimlich wichtig, dass dieses Thema nicht tabuisiert wird, sondern nun auch immer mehr in den sozialen Medien seinen Platz findet. Wir haben nur dieses eine Leben und gegen sich selbst anzukämpfen, kann für mich nicht der Sinn sein. Man kann viel lieber mit einem selbst für sich selbst kämpfen! Danke für deinen Beitrag dazu. <3 #teambodylove
    LG,
    Viola

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 27. April 2017

      Danke für deine süßen Worte liebe Viola 🙂
      Und schön, dass wir dieselbe Einstellung haben.

      Ganz liebe Grüße :-*

      Antworten
  • Mia

    geschrieben am 27. April 2017

    Liebe Lou!
    Nun ist es das erste Mal, dass ich auf einem Blog etwas kommentiere, aber dein Beitrag hat mich so berührt, dass ich es dir einfach gerne rückmelden möchte 🙂
    Ich habe Gänsehaut bekommen beim Lesen deines Textes und beim Anschauen der Videos. Ich selbst stecke gerade in genau einer solchen Phase, zwischen Selbsthass und Selbstliebe, zwischen angeblichen „healthy“ Instagram Bloggern und dem Wunsch, so auszusehen, so zu leben wie diese Menschen, aber dem Gefühl, es am Ende doch nicht schaffen zu können (zum Glück!)
    Und dann bin ich auf deinen Account gestoßen und kann dir einfach nur sagen, dass du mich schon ein ganzes Stück weiter Richtung Selbstliebe gebracht hast!
    Ich habe gelernt, dass man nicht auf alles „Ungesunde“ verzichten muss, dass ich den Sport für mich und meine Gesundheit mache und nicht, um am Strand im Sommer allen anderen zu gefallen, dass es okay ist, an sich selbst zu glauben, stolz zu sein, auf das was man erreicht und dass es dennoch normal ist, immer wieder auch Phasen des Zweifelns zu haben.
    Kurz gesagt, mit deinen Beiträgen, wie diesem oder auch anderen Blogbeiträgen oder deinen Posts auf Instagram, bist du für mich eine tägliche Inspiration und Motivation auf dem Weg, mich selbst und meinen Körper zu akzeptieren und zu lieben 🙂
    Also mach weiter so, liebe Lou, von dir sollte es wirklich mehr in der großen Bloggerwelt geben!! 🙂

    P.S: Tickets für den Film sind schon besorgt – die Freundinnen werden mitgeschleppt und hoffentlich auch mal zum Nachdenken angeregt 🙂

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 30. April 2017

      Miaaaa – danke für die lieben Worte 🙂 Du kannst dich sooo auf den Film freuen.
      Der ist echt schön. Bin auf dein Feedback gespannt.

      Liebe Grüße,

      Lou

      Antworten
  • Senta

    geschrieben am 27. April 2017

    Liebe Lou,
    Was für ein wunderbarer Text von dir und einfach so wahre, ehrliche Worte! Ich kenne diese schlechten Tage nur zu gut und es gibt immer mal wieder Phasen in denen sie überwiegen. Aber ich habe mittlerweile auch gelernt die positive Seiten zu sehen und auch (hoffentlich überwiegend) ‚gute‘ Tage zu haben. Ich Danke dir so unglaublich für deine tollen Texte, du bist so wunderbar ehrlich und es hilft mir immer wieder solche Worte zu lesen und darüber nachzudenken! Bleib so wie du bist und einfach Danke!!

    Antworten
  • catacajo

    geschrieben am 5. Mai 2017

    Hallo Lou,

    Ich habe von meiner Tochter den Vorschlag bekommen, einmal auf Deine Seite zu schauen.

    Ich finde es gut, wie Du Dich einem „Problem“ annimmst, welches wohl jeder Mensch wohl am meisten Frauen haben. Man hat immer das Gefühl nie seinem eigenen Ideal zu entsprechen und schaut immer auf die Menschen die in den eigenen Augen besser aussehen. Tolle Haare, tollen Körper etc. haben. Wie du ebenfalls erkannt hast, was nützt es den besten Körper zu haben mit dem besten Styling wenn man menschlich dafür im warten Sinne des Wortes ein „Wrack“ ist, weil man weiß das man schön ist und dann arrogant. Schönheit ist vergänglich, der Charakter bleibt.

    Als Jugendliche muss man sich anhören, kein A……. und kein T………. sieht aus wie Schneewittchen, als reifere Frau nach Geburten einfach irgendwie dann zuviel davon.

    Und wollen wir doch einmal ehrlich sein, würde man von Hairstylisten, Modeberatern etc. genauso versorgt, wie Prominente es sich leisten, dann würde man aus jeder Frau etwas „Besonderes“ machen können. Denn gerade, wenn Prominente „abstürzen“, sieht man im Endeffekt das alles Schein war nur die Fassade.

    Es gab Zeiten, zwar ist es lange her, da fand man die Rubensfiguren schön und heute ist es die Hatz schöner, schneller, weiter, aber auch da bleibt etwas auf der Strecke.

    Schlimm und gefährlich finde ich die Modewelt, wo im warsten Sinne des Wortes Kleiderständer Mode aufführen, die eigentlich nie wirklich von der Masse getragen wird, von Designern, wo man sich manchmal fragt, wieso präsentiert man eigentlich untragbare Klamotten. Für wen, für was und warum. Ich finde man kann es nicht einmal als Kunst betrachten, weil man ja nur auf ein gewisses „Ideal“ pocht und quasi andere die diesen nicht entsprechen ausschließt.

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Lou

      Lou

      geschrieben am 8. Mai 2017

      Super cool, dass du dir dann die Mühe gemacht hast dir meinen Text durchzulesen 🙂
      Danke danke danke. Da bin ich mächtig stolz drauf, denn schließlich möchte ich so viele Frauen wie möglich mit dieser Message erreichen.

      Ganz liebe Grüße,

      Lou

      Antworten